
Geschichten und Figuren entlang einer Straße. Nicht einer beliebigen Straße, sondern die SS 16, die über 1000 Km entlang der Adriaküste Italiens von Norden nach Süden führt. 1000 Kilometer vorbei an Häfen, Stränden, Rastplätzen, Fabriken, Hotels, Restaurants, Fischerbooten, kleinen und grossen Existenzen. Heitere und traurige Geschichten, immer nah an den Menschen, unverfälscht und echt. So echt, wie das Leben an der Strasse.
Es ist die La Strada, die Adriatica. Dort kommen im Sommer in Scharen die jungen russischen Frauen an. Nicht nur weil sie in Italien Ferien machen möchten, sondern auch um einen Mann kennenzulernen. Aber die Konkurenz in den Hotels ist gross und die Italiener sind eher am Geschäft interessiert.
Einer der Schauplätze entlang der Strasse, mit Figuren wie einen der unzähligen schwarzen Strandverkäufer, der mit seinem Bruder die Strände abklappert. Die Straße ist lauter geworden, die Strände voller, der Wein teurer. Aber es hat sich nichts verändert an der Strasse. Die Zerrissenheit ist geblieben, aber auch die Sehnsucht. Nach einem besseren Leben, irgendwann, irgendwo an der Straße.
Pellegrinaggio a piedi da Macerata a Loreto, 7.6.2008
"Eine ganze Nacht bin ich auf der Strasse von Macerata nach Loreto gelaufen. 28 Kilometer zusammen mit 65.000 anderen Menschen. Ich wollte das schon immer machen und hatte oft davon gehört. Aber jetzt, da ich auch gerne eine Geschichte dieses Films auf dieser Prozession spielen lassen möchte, habe ich mich tatsächlich dazu entschlossen. Meine Füsse tun mir immer noch weh, aber damit war ja zu rechnen. Neben den spirituellen Aspekten, auf die ich jetzt mal nicht eingehen will, war es erstaunlich festzustellen, wie sehr die Kultur der Strasse hier in Italien existent ist. Überall waren die Häuser geschmückt, die Leute saßen an der Strasse bis tief in die Nacht. Der Asphalt war Weg, Zuflucht und Sehnsucht gleichzeitig. "
Uli Möller
Mehr Infos über das Projekt La Strada finden Sie hier.